Verhaltensregeln und persönliche Einstellung

Spass haben, die ganze Kraft und Dynamik meines Sportautos frei von Verboten voll nutzen und auskosten zu dürfen, meine Fahrkenntnisse verbessern und verfeinern : sind nicht dies die Ziele (m)eines Trackdays? Obwohl auf der Rennstrecke keine Geschwindigkeitsbegrenzungen bestehen heisst das noch lange nicht, dass ich mich nicht an Verhaltensregeln halten soll. Ein Routinier sollte einen weniger experimentierten Fahrer NIE provozieren oder drängeln (Unfallgefahr). Ein unerfahrener Pilot sollte NIE versuchen, einem Routinier zu folgen. Macht er das, ist der ‚Abflug‘ vorprogrammiert. ‚Die Türe zuschlagen‘ oder sich im Kurveneingang noch auf Gedeih und Verderb ‚durchquetschen‘ zu wollen; auch das sind Verhalten die in jedem Fall vermieden werden sollten.

12 VERHALTENSREGELN UND PERSÖNLICHE EINSTELLUNG

1. Hat man am Ende des Briefing ein ungutes Gefühl (1. Mal auf einer Rennstrecke, 1. Mal wieder auf der Rennstrecke nach längerer Zeit…) ist es angebracht, einen Instruktor oder einen erfahrenen Piloten um Rat/Hilfe zu beten. Entweder setze ich mich als Beifahrer bei ihm ins Auto oder ich frage ihn sich bei mir als Beifahrer ins Auto zu setzen um die ersten Runden zu ‚er-fahren‘. Einige Organisatoren verpflichten die Anfänger während der ersten Runden einen Instruktor als Beifahrer mitzunehmen; was wir extrem begrüssen (das 1. Mal auf einer Rennstrecke zu sein ist total stressig, was ganz natürlich und normal ist).

2. Bevor wir in die Boxengasse fahren und auf die Strecke gehen wollen, stellen wir sicher, dass Auto, Fahrer und Beifahrer startbereit sind : Stickers geklebt, Abschlepphaken angebracht und fixiert, Fahrzeuginnenraum ‚geleert‘, genügend Kraftstoff, Reifendruck okay, passende Kleider und Helm, Fahrer-/Beifahrer-Armbänder, Gurten angezurrt, Fenster geschlossen.

3. Sobald ich aus der Boxengasse auf die Rennstrecke fahre, überfahre ich NIE die weisse Linie welche die Rennstrecke von der Boxengassenausfahrt trennt! (- vgl. Foto). Während ich zwischen den zwei weissen Linien fahre, beschleunige ich beherzt und fahre nach den Abgrenzungslinien vorsichtig auf die Rennstrecke indem ich mich via Rückspiegel vergewissere dass niemand mit hohem Tempo angefahren kommt. In Dijon-Prenois z.B. kommen die schnellsten GT-Autos auf Höhe Boxenausfahrt mit 260-280 km/h ‚angeschossen‘.

4. Ich gebe mir, der Mechanik, den Reifen und den Bremsen genügend Zeit sich ‚warm zu laufen‘ und erhöhe den Rhythmus sukzessive, Runde um Runde (ansonsten besteht ein erhöhtes Risiko einen Dreher zu produzieren).

5. Am Ende des Stints, bevor man in die Boxengasse zurückfährt, ist es angebracht, eine ‘Auslaufrunde’ zwecks Abkühlung der Bremsen, Reifen und der Mechanik zu machen. Die ‚Auslaufrunde‘ sollte aber unbedingt bei ‚flottem‘ Tempo gefahren werden um zu vermeiden, dass zwischen mir und den schnell fahrenden Piloten kein zu grosser Geschwindigkeitsunterschied besteht. Je schneller ich fahre umso mehr Fahrtwind habe ich, umso besser ist die Abkühlung!

6. Um zurück in die Boxengasse zu fahren, NIE die Rennstrecke diagonal überqueren: es gilt sich genügend frühzeitig auf jene Streckenseite zu begeben wo die Boxeneinfahrt ist. Ist das wegen dichtem Verkehr auf der Rennstrecke nicht möglich oder stelle ich zu spät fest, dass ich auf der ‚falschen‘ Seite bin, dann unbedingt nochmals eine ‚Auslaufrunde‘ fahren!

7. Auf einer Rennstrecke ist das Überholen links und rechts erlaubt (Ausnahme: Nürburgring/Nordschleife/Touristenfahrten).

8. Eine andere goldene Regel ist: weit vorausschauen, mit den Augen den ‘Streckenhorizont’ suchen (vorausschauend fahren)! Aber auch sehr regelmässig in die richtig eingestellten Rückspiegel (innen, aussen links, aussen rechts) schauen. Will mich ein schnelleres Auto überholen, zeige ich ihm dies idealerweise mit meinem Blinker an. Bin ich rechts an der Strecke aktiviere ich den Blinker rechts und ich BLEIBE RECHTS (NIE die Streckenseite wechseln!). Es ist am überholenden Piloten zu entscheiden, ob er das Überholmanöver tätigen will oder nicht. Ist sich der Überholende (Auto hinten) nicht sicher, dass ihn der zu Überholende (Auto vorne) gesehen hat, so soll der Überholende mit dem Überholmanöver warten. Der Überholende kann mit diskretem Lichthupe-Zeichen auf sich aufmerksam machen (idealerweise nach einer Kurvenkombination und am Anfang einer langen Geraden).

9. Im Prinzip fährt man mit geschlossenen Fenstern. Einige Rennstrecken tolerieren 2-3 cm offene Fenster. Die Klimaanlage darf gerne aktiv sein, vorallem bei heissen Aussentemperaturen.

10. Nicht vergessen: regelmässig, tief und ruhig durch den Mund zu atmen. Am Lenkrad gibt es keinen Grund Atempausen einzulegen. Meine Kiefermuskeln sind entspannt, mein Mund ist ein wenig offen und ich schenke mir beim Fahren ein konstantes Lächeln.

11. Sich nicht überschätzen: es gibt ‘Abflüge’ oder ‚Ausflüge‘ ohne Schaden und Konsequenzen. Es kann aber auch sehr schnell sehr teuer zu stehen kommen. Nebst den hohen Reparaturkosten für das Auto muss mit salzigen Rechnungen der Rennstrecke gerechnet werden (Reparatur der Leitplanken und Wieder Instandstellung der beschädigten Infrastruktur). Vor jedem Trackday muss jeder Teilnehmer obligatorisch einen Haftungsausschluss gegenüber dem Organisator und der Rennstrecke unterzeichnen.

12. Vergessen Sie nicht, dass wir hier sind, um Spaß zu haben, unter Enthusiasten! (Respekt, Respekt, Respekt)